BUND UND WWF DEUTSCHLAND PRESSEMITTEILUNG
Umweltverbände an Bundesverkehrsminister Tiefensee:
Klimawandel erfordert neue Wasserstraßenpolitik –
Zweifelhafte Bagger- und Baumaßnahmen an Elbe und Saale stoppen
04. April 2007
In Anbetracht verstärkter Baumaßnahmen an der Elbe fordern die Umweltverbände
BUND und WWF Deutschland Bundesverkehrsminister Tiefensee auf, die Zeichen der Zeit
zu erkennen und den Klimawandel zu berücksichtigen, statt Millionen Euro ins Blaue
zu investieren.
„Während alle namhaften Klimainstitute Deutschlands zunehmend extreme Wasserstände
in unseren Flüssen vorhersagen und vor langanhaltenden Trockenzeiten mit deutlich
weniger Wasser warnen, plant Tiefensees Wasserstraßenbehörde immer noch mit den
historischen Wassermengen des vergangenen Jahrhunderts. Es ist mehr als zweifelhaft,
dass die laufenden Baumaßnahmen zielführend sind und die Elbe bis 2010 für einen
ganzjährigen Güterverkehr mit einer Mindesttiefe von 1,60 m geeignet sein könnte“,
erklärt Georg Rast vom WWF Deutschland.
Während manche Wassserstraßenbauer noch alten Träumen nachhängen, habe die Wirtschaft
schon längst reagiert, so die Umweltverbände.
„Angesichts der Unberechenbarkeit der Elbe und zunehmender Unterbrechungen
durch Niedrigwasser haben die viele Elbehäfen bereits im großen Stil auf
Schienentransporte umgestellt“, konstatiert Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt.
„Nach jüngsten Informationen bestehen im Schienennetz innerhalb des Elbekorridors
sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite große Kapazitätsreserven.
Der Schienenverkehr ist eindeutig zuverlässiger als Gütertransporte auf der Elbe
mit stark schwankenden Wasserständen.“
Die Umweltverbände fordern Bundesverkehrsminister Tiefensee auf, die Baumaßnahmen
an der Elbe umgehend zu stoppen und eine objektive strategische Prüfung zu veranlassen,
um zu einer volkswirtschaftlich und ökologisch verträglichen Lösung zu gelangen.
Statt alle Verkehrsträger parallel auszubauen und Fehlinvestitionen zu riskieren,
müsse endlich ein Verkehrskonzept für den Elbekorridor auf den Tisch.
Rückfragen
Georg Rast, WWF Deutschland, Tel.: 069-79144 161
Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt Tel.: 039244 290 bzw. 0178 1617800
|