BUND UND PRO ELBE PRESSEMITTEILUNG
BUND: Leiter des Schifffahrtsamtes ignoriert Klimawandel
Sachlicher Umgang mit realen Daten gefordert
07. Februar 2007
Die Erkenntnisse über den Klimawandel sind offenbar noch nicht im Wasser-
und Schifffahrtsamt Dresden angekommen. Dies lässt sich aus der jüngsten Aussage
des Leiters des WSA Dresden, Klaus Kautz, ableiten. Danach werde weiter das Ziel
von einer Fahrrinnentiefe von 1,60m „auf ganzer Länge“ der Elbe zwischen
tschechischer Grenze und Saalemündung verfolgt.
„Dieses Vorhaben entbehrt allerdings jeder realen Grundlage“, urteilt
Ernst Paul Dörfler vom BUND–Elbeprojekt. „Die dem BUND vorliegenden amtlichen Daten
zu den Fahrrinnentiefen der Elbe belegen eindeutig, dass der Fluss von dem Ziel 1,60m
weit entfernt ist. Die extremen Wasserstände in der Elbe nehmen seit 1990 immer mehr zu,
insbesondere die lang anhaltende Niedrigwasserperioden. Die Ergebnisse der Klimaforscher
sagen zudem eine Verstärkung der Extreme voraus“.
Mit dem von Kautz vorgegebenen Ziel, in der Elbe eine Tiefe von 1,60m zu gewährleisten,
werde nicht nur die Öffentlichkeit getäuscht, auch der Wirtschaft würde etwas versprochen,
was nicht realisierbar sei. Die vom Leiter des WSA Dresden angekündigten Baumaßnahmen von
jährlich 3Mio. Euro könnten an dem Tatbestand des Wassermangels nichts ändern, so der BUND.
Iris Brunar, Kordinatorin der Umweltverbände in der IKSE erklärt:
„Wir müssen unsere Steuergelder stärker in die Anpassung an die Auswirkungen
des Klimawandels investieren und nicht in eine Wasserstraße, der seit über 15 Jahren
die für den Güterverkehr notwendigen Wassermengen fehlen. Auch die Bilanz der Elbehäfen
von 2006 zeigt, dass die Elbe als Wasserstraße für die Wirtschaft ausgedient hat.
Die Häfen verdienen zunehmend ihr Geld als Umschlagplatz auf die Schiene.
Der BUND fordert den neuen Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost,
Thomas Menzel, auf, den künftigen Umgang mit der Elbe auf eine sachliche und
wissenschaftliche Grundlage zu stellen und der Demagogie sowie der Verschwendung
von Steuergeldern den Boden zu entziehen.
Rückfragen:
Iris Brunar, Koordinatorin der Umweltvebände in der IKSE, Tel.: 0340 / 8507978 bzw.: 0178 / 1630204
Dr. E. Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt, Tel.: 039244 / 290
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