BUND PRESSEMITTEILUNG
Rekordtief: Güterverkehr auf der Saale nahe Null - trotz guter Wasserstände!
Bau des Saalekanals immer fragwürdiger
17. Mai 2005
Der Güterverkehr auf der Saale ist im ersten Quartal 2005 praktisch zum
Erliegen gekommen. Nach dem Statistischen Quartalsbericht 1/2005 der Stadt Halle/Saale
wurde im Hafen Halle im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März lediglich eine halbe Schiffsladung
(391 Tonnen) umgeschlagen. Die Ursache für dieses Rekord-Tief liegt keinesfalls
in der unzureichenden Befahrbarkeit der Wasserwege. Saale und Elbe hatten in diesem
Zeitraum ausreichend Wasser, so dass täglich Schiffe mit 1000 Tonnen Ladung
hätten fahren können.
"Wenn trotz guter Bedingungen kein Güterverkehr auf der Saale stattfindet,
dann gibt es auch keinen vernünftigen Grund, einen Saalekanal für 80 Millionen Euro
zu bauen", urteilt Ernst Paul Dörfler vom BUND - Elbeprojekt.
Der Grund für diese Entwicklung liegt offenbar in der Verlagerung des Verkehrs
auf die sichere und umweltfreundliche Schiene. Die Verkehrsleistungen der Schiene
haben sich der Statistik der Stadt Halle zufolge im Vergleich zum Vorjahresquartal
vervierfacht. Die Schiene ist das schnellere und zuverlässigere Verkehrsmittel
im Vergleich zum Güterschiff. Letzteres muss bei Hochwasser, Niedrigwasser und Eisgang
immer wieder den Betrieb einstellen. Daran würde auch der Bau des Saalekanals
nichts ändern. Für die Wirtschaft aber ist die Frage entscheidend: Läufts oder läufts nicht?
Der BUND fordert Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre erneut auf,
die Konsequenzen zu ziehen und das Vorhaben Saalekanal umgehend zu stoppen,
bevor noch mehr Steuergelder sinnlos verschwendet werden.
Rückfragen:
Dr. E. Paul Dörfler, BUND-Elbeprojekt
Tel. : 039244 / 290
Mobil: 0171 / 18 32 194
|