BUND PRESSEMITTEILUNG
Saalekanal: Schilda in Sachsen-Anhalt
BUND teilt Steuergeldverschwendung in Sachsen-Anhalt westlichen Bundesländern mit
25. Oktober 2007
Mit der heutigen Meldung des Landesverkehrsministeriums zum Logistikkonzept
und der Forderung zum weiteren Wasserstraßenausbau ist es für den Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) gewiss: Sachsen-Anhalt ist auf dem Wege nach Schilda.
Doch sind es hier nicht die Bürger des Landes, sondern ihr Verkehrsministerium,
das sich große Chancen ausrechnet, das Bundesland an Elbe und Saale zum Gespött
der Nation zu befördern. Während in Schilda ein Turm ohne Fenster gebaut wurde
und man sich darüber wunderte, dass das Licht in den Räumen fehlte, wird in
Sachsen-Anhalt ein Kanal politisch gewollt, auf dem nach seiner Einweihung
keine Güterschiffe fahren werden, weil das nötige Wasser fehlt.
„Mit der Aussage, die Saale sei der Engpass, der durch den 80 Mio. Euro teuren
Kanalbau beseitigt werde, wird uns Bürgern die Tasche vollgelogen, so Ernst Paul Dörfler
vom BUND-Elbprojekt. „Die angedachten Frachtschiffe aus dem Saaleraum müssten auch
zwangsläufig durch die Elbe. Die Elbe aber führt durch den Klimawandel immer weniger Wasser,
so dass Massengüter schon jetzt kaum noch verschifft werden. Europaschiffe mit 1300 Tonnen
Ladung konnten auch in diesem Jahr mangels Wasser kaum fahren. Auch die bis 2010
an der Elbe für 30 Mio Euro geplanten Baumaßnahmen werden das fehlende Wasser
nicht herbeizaubern können und die Tiefe von 1,60 m nur theoretisch erreichen“.
Die dem Kanalbau zugrunde gelegte Wirtschaftlichkeitsanalyse leugne den Klimawandel
und rechne mit den veralteten Wassertiefen aus dem vergangenen Jahrhundert.
Das sei ein Skandal, vor dem der Landesverkehrsminister wissentlich die Augen verschließe,
statt ab und zu mal einen Blick auf die Elbe zu werfen und die Realität zu erkennen,
so der BUND.
Um die vorsätzliche Steuergeldverschwendung im politischen Raum öffentlich zu machen,
informiert das BUND-Flussbüro Berlin die Ministerpräsidenten der westlichen Bundesländer
sowie den Präsidenten des Bundesrechnungshofes.
Dazu Manfred Krauss vom BUND-Flussbüro: „Die Steuerzahler der Bundesrepublik sollen erfahren,
wo ihre Soli-Beiträge im Osten verscharrt werden. Allein die Planung des überflüssigen
Kanals wird 10 Mio. Euro kosten, Geld, das an vielen anderen Stellen dringend gebraucht wird.
Deshalb fordern wir auch die haushaltspolitischen Sprecher im Bundestag auf,
für den absurden Kanalbau kein Geld freizugeben.“
Rückfragen:
Manfred Krauss
BUND-Flussbüro Berlin
Tel.: 030 78790046 bzw. 030 3222291
Dr. Ernst Paul Dörfler
BUND-Elbeprojekt
Tel.: 039244 290
Mobil: 0178 1617800
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