PRESSEMITTEILUNG BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ
05. Mai 2003 Bundesamt für Naturschutz äußert erhebliche Bedenken zum Saale-Kanal
"Der Saalekanal ist nicht entscheidungsreif!" Dies ist das Fazit des
Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zum geplanten Kanal an der
sachsen-anhaltischen Saalemündung. In einem vorab übermittelten
Schreiben des Präsidenten der Bonner Behörde an den
SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Kasparick heißt es: "Sowohl gegenüber
der technischen Planung als auch der Umweltrisikoeinschätzung, hatte das
BfN im März diesen Jahres erhebliches Bedenken formuliert."
Das BfN befürchtet deutliche Veränderung des Grundwasseregimes und
Verschlechterungen im Hochwasserabfluss an Saale und Elbe. Darüber
hinaus vermisst das Bundesamt eine Einschätzung, ob der Kanal mit der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) zu vereinbaren ist.
Zwar habe es nach der BfN Stellungnahme ein Gespräch zwischen Behörde
und Bau- und Verkehrsministerium gegeben, in der eine "verdichtete"
Bauvariante vorgestellt worden sei, die weniger in das
Grundwassermanagement eingreife. "Hinsichtlich der FFH-Verträglichkeit
und der Hochwasserneutralität hat sich die Einschätzung des BfNs
gegenüber März diesen Jahres aber nicht verändert", heißt es eindeutig
weiter in dem Brief an Kasparick.
"Auch wirtschaftlich ist das Projekt äußerst fraglich" erläuterte
Kasparick, da selbst dem zum Bundesumweltministerium gehörenden BfN vom
Bau- und Verkehrsministerium eine Kosten-Nutzen-Untersuchung verweigert
worden sei.
Insgesamt lehne man eine Entscheidung über den Bau des Kanals ab, "da
noch zu viele bautechnische Parameter, die aber erhebliche Auswirkungen
auf die Umweltverträglichkeit haben könnten, unbekannt sind" heißt es
aus der Behörde weiter.
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