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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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DIETER HILDEBRANDTS SCHEIBENWISCHER 1982
Zum Rhein-Main-Donau-Kanal - aktuell denn je
Ausgegraben von Ulrich Kasparick Wir begrüßen in den Räumen unseres Senders an einem besonders schönen kalten Buffet die Damen und Herren der Rhein-Main-Donau-Kanal AG! Es wird in letzter Zeit sehr viel gemunkelt, dass dieser Kanal eine lange Geschichte hätte, dass er wirtschaftliche und politische Folgen hätte, dass er prominente Befürworter hätte - nur eins hätte er nicht: einen Sinn. Wenn aber etwas überhaupt keinen Sinn hat, was einer verkaufen will, dann muss er dafür werben. Die Startbahn-West in Frankfurt hat auch keinen Sinn. Aber dafür musste keiner werben. Da war immer von selbst was los. Dafür muss man richtig dankbar sein. Und während alles wie gebannt nach Frankfurt geguckt hat und jeder sich gefragt hat: Na, wollen wir doch mal sehen, ob so ein Staat noch so in Ordnung ist, dass er auch was ganz Sinnloses durchsetzt - haben die in aller Stille ihren Kanal weitergebuddelt! Wir vom Fernsehen haben nun der Kanalgesellschaft angeboten, eine Sendung aus eigener Kraft zu machen, damit das Publikum dann vielleicht selbst entscheidet, ob Karl der Große vor 1000 Jahren recht hatte, als er den Rhein-Main-Donau-Kanal aufgegeben hat wegen Verdachts auf groben Unfug. Aber wie man sieht, jeder Unsinn braucht seine Zeit. Jetzt sind wir soweit. Nach 1000 Jahren! Von Nürnberg bis nach Regensburg, mitten durch das Erholungsgebiet, wo die Leute sich von der Industriegesellschaft erholen, baggert sich die Kanalgesellschaft jetzt durch, damit an diesem Kanal sich Industrie ansiedeln kann. Ob dann später auch Schiffe durchfahren werden, weiß man noch nicht. Die Fachleute sagen: kann, aber muss nicht. Weil so ein Schiff zu lange braucht. Per Bahn sind`s von Regensburg nach Frankfurt 339 km - per Kanalschiff sind`s 549 km. Aber vielleicht wird es per Wasser billiger? Auch nicht. Weil dann die Bundesbahn die Tarife senkt. Der ehemalige Verkehrsminister, der für den Kanal ist, hat ja lange versucht, die Bundesbahn pleite zu machen - mit dem Kanal hat er einen Hebel. Das ist ja der Sinn der Freien Marktwirtschaft, dass sich zwei staatliche Transportunternehmen gegenseitig kaputtmachen. Also? Der Kanal ist gar keine Wasserstraße, sondern eine Idee, die Bundesbahn zum Nulltarif zu zwingen. Da können doch bloß hemmungslose Sozialisten dahinterstecken! Besonders wenn klar wird, dass dann die Russen, die seit Peter dem Großen um einen Zugang zum offenen Weltmeer kämpfen, im Schwarzen Meer in die Donau rein und in Rotterdam zum Rhein raus fahren können. Die können ihre ganzen Kriege um die Dardanellen vergessen! Und die Russen können billiger sein, noch billiger als die Bundesbahn. Und was passiert? Die Schweden schiffen ihr Erz nicht mehr wie bisher nach Hamburg, sondern nach Holland, verladen es auf einen sowjetischen Kahn und schaffen es nach Linz in eine österreichische Fabrik. Was wir davon haben ist klar: den Kanal. Und die Kosten dafür, wenn er kaputtgeht. Da kommt doch der Verdacht auf, dass die Kanalpuscher, der Gscheidle, der Goppel, der Strauß, der Jaumann, die ganze Kanalbausympathisantenvereinigung, Kanalarbeiter des Kreml sind. Nein? Also: Der Erzumschlag in Hamburg ist damit kaputt, deutsche Kähne können sich den Kanal nicht leisten. Soviel Arbeitsplätze wie angekündigt, also ständige, wird es auch nicht geben. 60 sind ganz sicher. Das sind die Schleusenwärter. Die werden dann auf den Schleusen stehen und gucken. In Hamburg sagte man früher: Schiff ahoi! In Nürnberg wird man sagen: Hoi, a Schiff! |
TERMINE
Mo 30. Januar 2012, 18.00Uhr (Magdeburg, Dom) Treffen der BI Pro Elbe
AUFRUFE
Protest gegen Saale-Elbe-KanalMoratorium für die ElbeChristinnen und Christen für die ElbeKünstler für die ElbeMit Argusaugen die Flüsse beschützen! |