ZUR AUFHEBUNG DES BAUSTOPPS AN DER ELBE
Wo bleibt die Transparenz, Herr Stolpe?
07. Juli 2004
"Noch am 20.3.2004 verkündete der Bundesverkehrsminister Stolpe in Dessau
mehr Transparenz sowie die Fortsetzung des Elbe-Dialogs unter Einbeziehung der
Bahn als alternativen Verkehrsträger. Nun werden offenbar ohne Beteiligung der
Öffentlichkeit und ohne Umweltprüfungen harte Fakten geschaffen", kritisiert
Iris Brunar, Sprecherin der BI Pro Elbe.
"Mit der heutigen Aufhebung des Baustopps an der Elbe droht ein schlimmer
Rückfall in eine veraltete Flusspolitik", befürchtet Ernst Paul Dörfler vom
Elbeprojekt des BUND.
„Sollte die sog. "Instandsetzung" der Buhnen nach uralten Bauplänen aus dem
Jahre 1936 erfolgen, würde die Elbe weiter eingeschnürt werden. Diese Einengung,
verbunden mit einer weiteren Eintiefung des Flusses wird gravierende Folgen für
die UNESCO-geschützten Auenwälder sowie für das Welterbegebiet Dessau-Wörlitzer
Gartenreich nach sich ziehen. Die Flusslandschaft wird in der Vegetationszeit
zunehmend unter Wassermangel leiden. Erst jüngst konstatierte die – dem
Bundesverkehrsminister zugeordnete - Bundesanstalt für Gewässerkunde, dass
die schädliche Eintiefung des Flusses immer weiter voranschreitet und bereits
von Torgau bis zur Saalemündung reicht, so dass Gegenmaßnahmen erforderlich seien.
Offenbar weiß im Hause Stolpe die linke Hand nicht, was die rechte tut“, so Dörfler.
Mit wachsender Eintiefung des Flusses steigt die Wahrscheinlichkeit des anschließenden
Baus von Staustufen. Das wäre der vollständige Ruin der Elbe und ihrer Auen, der
letzten, noch naturnahen Flusslandschaft Deutschlands.
Der BUND stellt klar, dass nicht die weitere Einengung, sondern - das Gegenteil! -
die gezielte Aufweitung des Flussbettes diesen Prozess der Austrocknung der Auen
aufhalten kann.
Der BUND fordert Bundesverkehrsminister Stolpe auf, die Öffentlichkeit einzubeziehen
und zu seinem Wort zu stehen. Sowohl die Baupläne als auch die notwendigen
Umweltverträglichkeitsprüfungen müssten auf den Tisch. Nicht zuletzt fehlt das
vom BUND angemahnte Verkehrskonzept für den Elbe-Korridor.
Rückfragen:
Iris Brunar: Sprecherin Pro Elbe: 0172 6962931
Dr. Ernst Paul Dörfler, BUND - Elbeprojekt 0171 1832194
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