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ELBE-ANDACHTEN
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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DIE ELBE, MEINE FREUNDIN
Von Gudrun Schulze und Angelika Grosse Zur Elbeandacht am 26. August 2002 Damals Anfang August 2002 während des Abschlussfestes des Elbe-Saale-Camps in Barby habe ich einen Schwimmer in der Elbe beobachtet und mich spontan entschlossen, mit durch die Elbe zu schwimmen. Man muss dazu wissen, dass ich noch nie in einem fließenden Gewässer geschwommen bin und im Nachhinein weiß ich auch nicht, ob ich es ein zweites Mal wagen würde, denn sie ist ein mächtiges, pulsierendes, freiheitsliebendes, eigensinniges Wesen - die Elbe. Es wäre vermessen gewesen, meine Kräfte mit ihr messen zu wollen. Ich hätte unweigerlich verloren. Im Angesicht ihrer reißenden Strömung fühlt sich ein Mensch sehr klein. Gott sei Dank ist es nicht meine Wesensart, etwas beweisen zu wollen. Ich muss nicht erzwingen, erobern oder mich messen. Ich liebe einfach diesen Fluss. Heute im Nachhinein kann ich den Menschen aus dieser Erfahrung heraus vielleicht etwas vermitteln, was Türen öffnet. Inmitten der Strömung habe ich ihre Schönheit gespürt und ihre Freiheitsliebe. Ich glaube, ich habe ihre Sprache verstanden und - was sie heute von uns Menschen braucht. Es ist wie ein Gleichnis: Wenn du mitten in der Strömung fortgetrieben wirst und nicht weißt, wann du wieder Land unter den Füßen spürst, hilft nur eines, du musst ihr vertrauen. Du musst dich treiben lassen, ganz loslassen und eins werden, mit ihrer mächtigen Kraft. Dann gibt sie dich frei. Freiwillig trägt sie dich und setzt dich an ihr sicheres Ufer. Wenn ich heute zu den Menschen spreche, die in Angst und Schrecken versetzt wurden, möchte ich folgendes weitergeben: Wir müssen der Elbe vertrauen. Ein Fluss ist nicht unser Feind, nicht unsere Beute. Ein Fluss schwillt an und ab. Unser Zorn und unsere Angst darf sich nicht gegen die Elbe richten, sonst hätten wir vergessen, dass wir es waren, die die Regenwälder abholzten, die Staustufen bauten, so dass der Fluss dort immer schneller wurde. Wir haben die Bäume am Ufer abgeholzt, die Auen bebaut und wir wollten und wollen den Domfelsen abfräsen lassen, wir, die niemals gefragt, nur genommen. Als ich das erste Mal erfuhr, dass der Domfelsen abgetragen werden sollte, traf es mich mitten ins Herz. Schon damals dachte ich, wie können wir erwarten, dass die Natur uns wohlgesonnen ist, wenn wir sie selber ständig zerstören, bzw. uns nicht einfach persönlich für ihre Erhaltung einsetzen. Wir haben die Wahl. Wir können versuchen, die Natur weiter zu bezwingen, auszubeuten und uns untergeben zu machen, dann müssen wir auch mit den Konsequenzen leben. Wir können aber auch an dieser Stelle etwas dazulernen und einen Neuanfang wählen. Den Fluss liebende Menschen sollten ein Zeichen setzen. Ein Zeichen des Dankes, ein Friedensangebot an die Natur, ein Zeichen unserer Mitverantwortlichkeit und des Verstehens. Ein abgetragenes Domfelsenstück liegt im Gesteinsgarten in Gommern. Ich möchte heute vorschlagen, mit eben diesem Stück Elbfelsen ein Zeichen zu setzen. Ich wünsche mir, dass dieser Felsen, der Elbe freiwillig zurückgegeben wird, als Zeichen eines Neubeginns und Miteinanders. Ich bitte alle Anwesenden, sich aktiv dafür einzusetzen. Unser Domfelsen, an dem wir uns heute hier versammelt haben soll der Elbe erhalten bleiben. Dieser rötliche Felsen ist für mich ein Sinnbild ihres schlagenden Herzens. Ein freiheitsliebendes Herz, ein wehrhaftes Herz, ein gerechtes Herz, denn aus der Sicht der Natur hat diese mindestens ebensoviel Leid erfahren wie viele Menschen jetzt in diesen Tagen. Ich möchte, dass wir aus den Erfahrungen lernen und als Sieger hervorgehen, weil wir das Wesen eines Flusses verstanden haben und unsere eigene Gedankenlosigkeit erkennen und das, obwohl Magdeburg noch glimpflich davon gekommen ist. Wir, die Menschen und die Elbe können es endlich wirklich einmal miteinander versuchen, uns gegenseitig achten und verstehen. Das Herz der Elbe schlägt noch und unser Herz sollte wieder kräftiger für sie schlagen. Ich wünsche mir, dass wir und unsere Politiker dem Fluss seine Auen wiedergeben, dass keine Staustufen mehr gebaut werden, dass alter Baumbestand erhalten bleibt. Ich bitte hier und heute um einen sofortigen Abholzungsstopp der Regenwälder, denn wir müssen endlich lernen, in Zusammenhängen zu denken. Ich möchte mit einem Lied abschließen, das meine ureigene Erfahrung des Getragenseins und der Achtung gegenüber der Natur ausdrückt. Es heißt in einem alten Volkslied:
Der Fluss, der will fließen, ins Meer sich ergießen. Frei danach dichtete Angelika Grosse:
Die Elbe will fließen, in Auen sich ergießen. Vielen Dank. |
TERMINE
Mo 30. Januar 2012, 18.00Uhr (Magdeburg, Dom) Treffen der BI Pro Elbe
AUFRUFE
Protest gegen Saale-Elbe-KanalMoratorium für die ElbeChristinnen und Christen für die ElbeKünstler für die ElbeMit Argusaugen die Flüsse beschützen! |