ANGRIFF AUFS AUENLAND
Wildwasser oder Wasserstraße? Nach dem Willen der Großen Koalition soll die
Elbe endgültig für Binnenschiffe gezähmt werden. Doch die EU fordert den
Schutz des letzten freifließenden Stroms Deutschlands. Zudem wird der Ausbau
die Fluss-Schifffahrt kaum rentabel machen.
Der Spiegel: Wie er da am Ufer steht, weiter Blick und weißer Bart, gebräunt und im Parka
geschützt vor Herbstfröstelei, gibt Ernst Paul Dörfler den Naturburschen in
Perfektion. Nur die dazugehörige irdene Gelassenheit bröckelt gerade. War
alles vergebens? Geht nun der ganze Kampf von vorn los? "Beim Streit um den
Fluss ging's ja schon vorher nicht gerade zimperlich zu", sagt der
Umweltschützer. "Aber das jetzt ..."
Gerade hat der Mann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erfahren,
dass die Große Koalition beschlossen hat, die Elbe von Hamburg bis zur
tschechischen Grenze zur Verkehrsstraße auszubauen, auf dass sie auch bei
Niedrigwasser Schiffen den Weg von Hamburg nach Berlin, Dresden und Prag
gewähre.
Dörflers blaue Augen schweifen über den Fluss, über die Wirbel und
Stromschnellen, in die der Domfelsen bei Magdeburg die Wassermassen zwingt.
Wie es hier wohl aussehen wird, wenn der Fels erst gesprengt und geschliffen
ist? Wenn das hier so wilde Wasserbett zum öden Kanal geworden ist, breit
genug für zwei Containerfrachter? "Wollen die wirklich einen zweiten Rhein
aus der Elbe machen?"
Kapitel B.I.6.4. im Koalitionsvertrag besiegelt bis auf weiteres das
Schicksal des letzten freifließenden Stroms in Mitteleuropa. Die neue
Regierung möchte die Binnenschifffahrt fördern und hat vor, zu diesem Zweck
die "landseitigen Anbindungen der deutschen Seehäfen gezielt und koordiniert
auszubauen". Gemeint sei auch die Elbe, bestätigt der Verkehrsexperte
Michael Odenwald (CDU), der diesen Teil des Koalitionsvertrags mitgestaltet
hat. Der Ausbau zu einer zuverlässigen Wasserstraße sei "dringend
notwendig".
Denn den optimistischen Prognosen des Bundesverkehrsministeriums zufolge
werden in Zukunft große Gütermengen auf der Elbe bewegt werden müssen. Die
Realität jedoch ist: Immer weniger Frachten nehmen den Weg über den Fluss -
und das, obwohl Wasserbauingenieure dessen Schiffbarkeit mit sanften
Maßnahmen seit der Wende stetig verbessert hatten. Der geforderte Ausbau, so
die Umweltverbände, schade nicht nur der Natur, er sei auch viel zu teuer.
"Volkswirtschaftlich ein Desaster", sagt Dörfler.
Dem Druck der Naturschützer nachgebend, hatte die rot-grüne Regierung das
Gewässer noch stellenweise verwildern lassen, indem sie jeglichen Ausbau
untersagte - ein Sieg für Naturschützer und Ökologen. Nah am Ziel wähnte
sich vor allem Dörfler, der schon zu DDR-Zeiten seines geliebten Flusses
wegen den Ärger der Obrigkeit auf sich gezogen hatte, als er den
Schadstoffgehalt des Elbwassers anprangerte.
So viel Gift verseuchte damals die Elbe, dass Wissenschaftler einen "beinahe
irreparablen Zustand" diagnostizierten. Doch dann brach die DDR-Industrie
zusammen, und moderne Klärwerke wurden gebaut. Heute baden Menschen wieder
ohne Gefahr für Leib und Leben in dem Strom. Vertreter von mehr als 45
Fischarten, darunter besonders geschützte wie Flussneunauge, Rapfen und
Steinbeißer, wedeln durch seine Fluten.
Ein Triumph der Natur, wenn auch nur eine zarte Annäherung an alte,
ökologisch gute Zeiten: Einst galt die Elbe als einer der fischreichsten
Ströme Europas. Derart viele Lachse stürmten den Oberlauf und seine
Nebenflüsse, dass "das Flussbett ihre Menge schier nicht fassen konnte", wie
ein Historiker um 1900 berichtete.
Den aktuellen Gesundheitszustand des Stroms haben jetzt rund 300
Wissenschaftler erforscht. In den vergangenen zehn Jahren untersuchten
Ökologen und Geografen, Hydrologen und Meteorologen für das gigantische
Forschungsprojekt "Elbe-Ökologie" den Strom von den Käfern in seinen
Ufergräsern bis hin zu den Kieseln an seiner Sohle. Nun ist die Elbe eines
der am weitesten erforschten Fließgewässer der Welt. Ihre Ergebnisse haben
die Wissenschaftler im November in Leipzig präsentiert.
Der Öko-Schatz des Flusses, so ergab das Forschungsprojekt, sind seine
feuchten Flanken: die Auen. Denn die DDR unterließ es - aus Geldmangel -,
den Strom in ein Bett aus Beton und Spundwänden zu zwängen, wie dies in der
Bundesrepublik allerorten geschah. Insgesamt sind in Deutschland heute nur
zwei Prozent aller Flusskilometer unverbaut.
Die Elbe hingegen tauscht sich - dem Atem der Au folgend, wie der Rhythmus
des mit dem Fluss fallenden und steigenden Grundwassers genannt wird - noch
immer mit ihren Uferlanden aus. Zudem ließen die Ostbehörden jene
Strombauwerke verfallen, die die Schifffahrt ermöglichen, weil sie das
Wasser lenken und den Fluss in das gewünschte Bett zwingen.
Genau diese Bauwerke sollen saniert und nach dem Willen der neuen Regierung
stellenweise verstärkt werden. Vor allem geht es dabei um die Buhnen:
Steinschüttungen, die schon seit Ende des 19. Jahrhunderts vom Ufer aus quer
ins Wasser ragen, heute insgesamt 6900 Stück. Sie sollen das Wasser in der
Strommitte bündeln - wichtig vor allem bei niedrigen Pegeln, um den Kähnen
möglichst viel Wasser unter den Kiel zu spülen.
Doch Buhnen vernichten Vielfalt. Das lässt sich dort beobachten, wo, durch
Zufall, wieder ein natürlicheres Gestade entsteht - indem etwa eine Buhne
bröckelt oder bricht. Dann erobern die Wellen neues Terrain, Inselchen
entstehen, Bäume stürzen um und ragen als Totholz ins Wasser. Von
Wasserbauingenieuren verdammt, lieben Tiere und Pflanzen jede solcher
Abwechslungen vom Ufer-Einerlei - so sehr, dass sie sich dort sofort in
messbar größerer Vielfalt sammeln. So staksen auf einer seltenen Sandbank
gleich sämtliche Wat- und Wasservögel von weit und breit, fanden die
Elbökologen heraus.
Die Strombauwerke vernichten auf lange Sicht sogar noch mehr: Sie senken den
Wasserspiegel. Der Fluss nämlich wälzt sich durch ein loses Bett aus Sand
und Steinchen. Bündeln die Wasserbauer den Strom, reißt dieser von unten
mehr Geröll mit sich fort. Immer tiefer frisst er sich in sein Bett. An
manchen Stellen der sogenannten Erosionsstrecke (siehe Karte Seite 154/155)
hat das Bett der Elbe sich in den vergangenen 100 Jahren um 1,60 Meter
vertieft. Der Grundwasserspiegel sinkt mit - und irgendwann vertrocknen die
kostbaren Auen im Hinterland.
Dieser unvergleichlichen Landschaft schenkt die Elbe erst ihr üppiges Leben.
Die Flächen beidseits des Flussbetts, vielerorts noch durchzogen von
Altarmen, Flutrinnen und Senken, bieten Gekreuch und Gewächs je nach
Wasserstand ein Mosaik unterschiedlichster und daher exquisiter Habitate.
So ruft an der Elbe noch die bundesweit vom Aussterben bedrohte
Rotbauchunke. Im Ufersand brütet der Flussregenpfeifer. Und die weite
Einsamkeit der Auenwälder lockt den Schwarzstorch ebenso an wie Milan, See-
und Fischadler.
Der Elbe-Biber wäre ohne den Weichholzauenwald wohl längst ausgestorben.
Eine Gruppe dieses vor 200 Jahren noch in Mitteleuropa verbreiteten, dort
größten Nagers, trotzte einzig in der Gegend um Dessau dem Aussterben. Heute
besiedelt er von dort aus flussauf, flussab den Strom und seine Nebenflüsse.
Biberspuren finden sich selbst auf dem Domfelsen, mitten in Magdeburg.
Dörfler bückt sich plötzlich und fischt einen Ast aus der Lache: Offenbar
frisch vom Baum gebissen, ist der Zweig rundum von scharfen Zähnen
abgefräst, bar jeder Rinde, knochenweiß. Der Umweltschützer schaut hoch,
wieder über den Fluss. "Um zehn Jahre werfen uns diese neuen Ausbaupläne
zurück."
Damals, nach der Wende, wünschten sich die Binnenschiffer sogar Staustufen
und eine drei Meter tiefe Fahrrinne - der Strom sollte zur Wasserstraße
gezähmt werden. Am Ende, nach dem Aufschrei der Umweltschützer, blieb einzig
der Plan, die verfallenen Strombauwerke zu sanieren. Zuständig dafür ist die
Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Ost in Magdeburg.
Dort verteidigt hauptamtlich Detlef Aster den Flussverbau, ein schmaler
Herr, korrekt mit Krawatte und bewaffnet mit Folien und Heftern. In Dörfler
hat er einen Lieblingsfeind gefunden. Jetzt sieht sich der
Wasserbauingenieur im Aufwind. Er saß gerade im Zug, als klar wurde, dass im
Koalitionsvertrag nichts "Nachteiliges für uns drinsteht" - und feierte
spontan mit Weißbier. Endlich freie Fahrt für den Ausbau, nach ewigem
Geschacher und Kompromissen, nach sogar zwei Leidensjahren des totalen
Baustopps nach dem verheerenden Hochwasser im Sommer 2002. "Herr Dörfler",
sagt Aster, "ist sicherlich ein extrem denkender Mensch."
Herr Dörfler wiederum wirft Aster vor, Fehlinformationen zu streuen, "um die
Absurdität seines Tuns zu vertuschen und damit seiner Behörde die Existenz
und die üppige Finanzausstattung zu sichern". Der Elbausbau und die
Buhnenreparatur seien reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die aufgeblähte
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.
Tatsächlich erscheint die WSD Ost großzügig dimensioniert: 900 Mitarbeiter
kümmern sich um die 731 Stromkilometer von Elbe plus Saale. Die gesamte
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes beschäftigt sogar 15 000 Leute -
das entspricht zwei Drittel des Personals der gesamten oft als
Monsterbürokratie gescholtenen Kommission der Europäischen Union. Eine
dringend notwendige und 1995 begonnene Reform wurde verschleppt, was dem
damaligen Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe im vorigen Jahr eine Rüge
des Bundesrechnungshofs bescherte.
Um die Ökologie kümmert sich die Verwaltung nicht; dafür darf Aster keinen
Cent ausgeben, sagt er. Denn Naturschutz sei Ländersache. Das macht es
schwierig, sich auf eine dringend notwendige, einheitliche Vision für den
Fluss zu einigen. "Eigentlich müsste eine Bundesbehörde sich um das
Gesamtkonzept für die Elbe bemühen", sagt Martin Pusch vom Berliner
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, einer der
Elbökologie-Forscher.
Anders als mit solch einem Gesamtkonzept, meinen viele Wissenschaftler und
Umweltschützer, lässt sich die derzeit wohl schwierigste Anforderung an den
Fluss nicht erfüllen: Er muss, in großem Maßstab, ökologisch saniert werden.
"Wir haben die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen", erklärt
Stephan Naumann vom Umweltbundesamt (UBA).
Der sperrige Begriff steht für ein internationales politisches Bekenntnis:
zurück zur Natur für die Flüsse und Seen Europas. Inzwischen in
Ländergesetze umgewandelt, zwingt die Richtlinie zu weitreichendem Handeln.
Bis 2015 müssen die Gewässer, soweit möglich, in einen genau definierten
"guten ökologischen Zustand" versetzt werden.
"Dass die Elbe dieses Ziel erreicht, gilt als unwahrscheinlich, wenn wir
nichts für sie tun", sagt Naumann. Der Wille zum Erhalt des Auenparadieses
kommt also von ganz oben - und nicht von irgendwelchen verschrobenen Fans
der Kleinen Faltenerbsenmuschel oder eines seltenen Ringelwurms, die den
Fluss gegen böse Binnenschiffer verteidigen.
Ideen, wie der Strom wieder in wilderes Wasser zu verwandeln wäre, haben die
Elbökologie-Forscher genug: Deiche zurückverlegen, um dem Fluss Schwemmland
zurückzugeben. Oder Altwasser wieder durchströmen lassen und
Steinschüttungen von den Ufern reißen. Man könnte auch, schlägt der
Wasserbau-Professor Hans Helmut Bernhart von der Universität Karlsruhe vor,
beschädigte Buhnen und Ufer einfach so lassen, wie sie sind: "Stattdessen
werden Tonnen von Steinen auf Strombauwerke gekippt, die gar nicht so kaputt
sind, wie die Verkehrsplaner glauben machen wollen", meint Bernhart. "Das
ist doch Irrsinn."
Zumal die Schifffahrt mit einer der Natur überlassenen Elbe nicht allzu viel
verlöre, argumentieren Naumann und seine Kollegen vom UBA. Denn unter den
Wasserwegen ist der Fluss ohnehin eine Null.
"Insgesamt befördern die Binnenschiffer nur ein Prozent der Gütermengen
Sachsens und Sachsen-Anhalts", rechnet Dörfler vor, "und nur zwei Prozent
dessen, was der Rhein schultert." Gleichzeitig versenke die Wasser- und
Schifffahrtsverwaltung aber acht Prozent aller öffentlichen Ausgaben für
Unterhaltung und Betrieb der Bundeswasserstraßen in die Elbe.
44 Millionen Euro jährlich wenden die Bundesbürger auf für die so spärlich
genutzte Wasserstraße zwischen Geesthacht bei Hamburg und der tschechischen
Grenze. Allein die Sanierung einer einzigen Buhne kostet laut Aster 30 000
Euro.
Selbst wenn im Jahr 2015 entsprechend den Prognosen der Verkehrsplaner
viermal so viel Fracht wie heute im Binnenschiff etwa nach Magdeburg
gelangte, machte dies immer noch nur 1,5 Prozent der Gütermengen aller
deutschen Wasserstraßen aus.
"Der Lkw ist eben traumhaft billig", gibt Aster zu. Er hofft aber auf den
rasant wachsenden Containerverkehr. In zehn Jahren sollen die Kräne im
Hamburger Hafen bereits mehr als doppelt so viele Container von den
Frachtern wuchten wie heute. "Ein wahnsinniger Boom", sagt Aster.
Je nachdem, welcher Studie Glauben zu schenken ist, könnten die
Binnenschiffer dem Hamburger Hafen künftig fünf oder gar zehn Prozent dieser
Überseekästen abnehmen und weiter gen Osten transportieren. Straße und
Schiene allein, argumentieren Binnenschiffer und Elbhäfenbetreiber, könnten
diese Gütermengen gar nicht mehr bewältigen. Garantierte 1,60 Meter tief an
mindestens 345 Tagen im Jahr müsse die Fahrrinne daher sein, wünschen sich
die Ausbaubefürworter. "Mehr als das ist ohnehin nicht zu schaffen", erklärt
Petra Faulhaber, Ingenieurin bei der Bundesanstalt für Wasserbau. Tiefer
bekäme man die Elbe nur mit Staustufen. "Und daran arbeitet bei uns keiner",
versichert Aster.
Um die 1,60 Meter hinzubekommen, wollen die Wasserbauer die Erosion durch
massive Zugabe von Kies bekämpfen und den Strom bei Coswig in Sachsen-Anhalt
wieder in gewünschte Bahnen lenken. In Magdeburg müssen sie den Domfelsen
und weiteres Gestein abfräsen und an der von ihnen so genannten Reststrecke,
dem minimal verbauten Teil der Elbe zwischen Dömitz und Hitzacker, die
alten, aus ihrer Sicht zu mickrigen Buhnen verlängern.
Doch Naturschützer Dörfler fürchtet eine Salamitaktik. Die genannten
Bauvorhaben seien nur der Anfang: "Dass sich die durchgängige Schiffbarkeit
allein durch Beseitigung dieser drei Engpässe herstellen ließe, ist ein
Ammenmärchen." Die Elbe sei nun mal ein Niedrigwasserfluss, basta.
Tatsächlich hat der Strom von 1998 bis 2002 die Fahrrinne an mehr als drei
Monaten pro Jahr nicht bis 1,60 Meter füllen können - und zwar auf nahezu
seiner gesamten deutschen Laufstrecke.
Denn anders als den Rhein speist den Fluss im Sommer kein Schmelzwasser aus
Gletschern; er ist angewiesen auf den Regen, der in seinem Einzugsgebiet in
den warmen Monaten eher spärlich fällt. So plätschert mengenmäßig nur ein
Drittel der Wassermassen des Rheins die Elbe hinab.
Das aber bedeutet: zu wenig Wasser unter dem Kiel für das gängige
Europaschiff etwa. Dieses Gefährt sei eher auf einen Tiefgang von 2,50 Meter
ausgelegt, erklärt Matthias Bunger von der Deutschen
Transport-Genossenschaft. "Wirtschaftlich sind 1,60 Meter für unsere
Binnenschiffe nicht ausreichend."
Ließe sich durch kluge Kompromisse der Zank zwischen Naturschutz und
Schifffahrt auflösen? Nein, meinen die Wissenschaftler. Fische, Biber,
Auenparadies einerseits, Binnenschiffer, Häfen und Wasserbauer andererseits -
beide Seiten zugleich ließen sich nicht gleichzeitig glücklich machen.
"Ohne Einbußen für die Schifffahrt kriegen wir den von der EU geforderten
ökologischen Zustand nicht hin", stellt Elbforscher Pusch fest. "Das geht
nur, wenn wir den Strom unterhalb Magdeburgs wieder der Natur überlassen."
Die Schiffe könnten ihn auf dem Umweg des Elbe-Seitenkanals umfahren. Und
oberhalb Magdeburgs dürften Asters Mannen die Strombauwerke nur dort
sanieren, "wo es unumgänglich ist".
Doch bevor die Fräsen dem Magdeburger Domfelsen und die Bagger den Buhnen zu
Leibe rücken, warnt Dörfler, müsse man sich über eines im Klaren sein: Ein
Ausbau sei unwiderruflich. "Guckt euch den Rhein doch an." Dann holt der
Umweltschützer aus und schleudert den Biber-Ast zurück in die Fluten.
Rafaela von Bredow
Der Spiegel Nr. 50 vom 12.12.2005, Seite 152
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