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PRESSE-ECHO
Keine Garantie für Schiffbarkeit der ElbeSchönebecker Volksstimme - LesermeinungGrüne und BUND kritisieren LandElb-Verein sicher: Schifffahrt und ...Absprachebedarf mit TiefenseeWer klaut uns das Elbewasser?Wirtschaftsminister will ganzjährige Schiffbarkeit der ElbeUnesco prüft Mittelelbe auf Herz und NierenDie Elbe scheidet die GeisterWeiter Streit um geplante Elbe-Staustufe in TschechienDebatte im sächsischen LandtagHeißer Disput um den Hafen HalleLandesrechnungshof prangert Verschwendung in Sachsen-Anhalt anBehörden haben eklatant versagtLandtag in Magdeburg für Elbe-AusbauLesermeinungTeure ElbvertiefungEndzeit an der ElbeAngriff aufs AuenlandBundesbehörde für Naturschutz kritisiert BundesregierungMinisterium will Bauarbeiten an der Elbe fortsetzenNeu gegründete BürgerinitiativeKonferenz der Elb-MinisterProjekt Staustufen steht unter ZeitdruckLesermeinungWasserstraßenkreuz leerer als gedachtFrisierte Zahlen?Lesermeinung Elbe - AusbauVerbündet für StaustufenDer erste Schritt zur Geburt des GeisterkanalsStolpe gibt Planung für Saale-Kanal freiELBE - Staustufen dank falscher ZahlenBundesregierung will Saale auch gegen Widerstand ausbauenStolpes GeisterkanalFlussausbau-Gegner demonstrieren gegen geplanten Bau des Elbe-Saale-KanalsFlussschützer schlagen AlarmWasser- und Schifffahrtsdirektion: Keine heimlichen Ausbau-AktivitätenStolpe will Saalekanal vorantreibenStolpe schickt neue Bagger an die ElbeStolpe hebt totalen Baustopp für die Elbe aufDer Kampf um die Elbedpa-Gespräch mit Dr. Ernst Paul DörflerBürgerinitiativen haben sich durchgesetztDen Fluss im KopfLeidet die Umwelt unter der Abfräsung des Domfelsens?Die RegenmacherElbe-Schützer wollen Aktionen verschärfenDie Elbe fließt bald in engem KorsettElbe-Symposium in DessauGremium des Bundestags prüft UferausbauFazit nach Bündnisgrüner Tour auf der ElbeBeeindruckende Präsentation, aber die Skepsis bliebAusbau bleibt StreitthemaIm Streit um den Elbausbau verhärten sich die FrontenVerschwendet Sachsen-Anhalt beim Elbe-Ausbau Fördermittel?KONTAKT
Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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DIE ELBE FLIESST BALD IN ENGEM KORSETT
Der Bund will freie Fahrt für Binnenschiffer
Umweltschützer prangern "sinnlose Geldverschwendung" an
Von Margit Kautenburger Hannover. Sogar Reinhold Messner hat sich eingeschaltet. Der Bergsteiger kämpft um einen Fluss im Flachland: die Elbe. Sie soll kein Kanal werden, sondern sich zu einer "Perle des Naturtourismus entwickeln", fordert Messner. Zahlreiche Künstler, Politiker und Wissenschaftler tun es ihm gleich und gehen mit Schlauchbooten auf Tour, um gegen den Ausbau der Elbe mobil zu machen. Die Elbe ist der letzte frei fließende Strom in Mitteleuropa. Auenwälder und Sandstrände prägen die Landschaft. Die Unesco hat die mittlere Elbe als schützenswertes Biosphärenreservat eingestuft. Andere Abschnitte sind europäisches Vogelschutzgebiet. Im Schatten der innerdeutschen Grenze blieb der Fluss von Staumauern verschont, wurde kaum begradigt oder kanalisiert. Doch nach der Vereinigung stellten die Schifffahrtsbehörden für die Elbe "enormen Nachholbedarf" fest. Der Bund beschloss, den Fluss bis 2008 ganzjährig schiffbar zu machen. 1992 wurde im Bundesverkehrswegeplan festgelegt, dass die Elbe in drei Abschnitten ausgebaut werden soll: Zwischen Torgau in Sachsen und Wittenberg in Sachsen-Anhalt, im Stadtgebiet Magdeburg und zwischen Dömitz und Hitzacker im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Rund 50 Meter breit und 1,60 Meter tief soll die Fahrrinne durchgängig werden. Staustufen sind aus Kostengründen nicht geplant. Stattdessen zwängen Ingenieure den Fluss in ein enges Korsett: An den Ufern wird Schotter aufgetürmt, bei Dömitz sollen auf einer 13 Kilometer langen Strecke Schotterbuhnen in den Fluss gesetzt werden. Durch die künstlichen Landzungen wird die Elbe dazu gebracht, sich selbst ein tieferes Bett zu graben. Nicht ausgebaut, sondern "saniert" werde die Elbe, betont Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD). Ein wichtiger Unterschied, denn für Unterhaltungsarbeiten ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung und damit auch keine Beteiligung der Bürger erforderlich. Rund 255 Millionen Euro investiert die Bundesregierung in das Vorhaben, das auf der Grundlage von Genehmigungen aus den 30er Jahren durchgeführt wird, wie der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) kritisiert. Für Umweltschützer wie Ernst Paul Dörfler, Elbe-Experte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), ist das Ganze "sinnlose Verschwendung". Nur durchschnittlich zehn Schiffe fahren täglich auf der Elbe", rechnet Dörfler vor. Die Regierung müsse ihre Prognosen drastisch nach unten korrigieren. "Die Frachtmengen haben sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert." In der Regierung ist das Thema umstritten. Das Bundesamt für Natuschutz verlangt einen Stopp der Arbeiten, das Umweltbundesamt hält das Projekt für "ökonomisch nicht sinnvoll". Mit dem Elbe-Seiten-Kanal und dem Mittellandkanal gebe es eine leistungsfähige Alternativroute. Der Elbe-Seiten-Kanal wird derzeit sogar für rund 300 Millionen Euro modernisiert. Der Bundesverkehrsminister bleibt eine aktuelle Studie zum Frachtaufkommen schuldig. Er beruft sich auf die Forderungen der Binnenschiffer. Die beklagen, dass die vielen Sandbänke im Sommer den Verkehr oft zum Erliegen bringen. "Wir brauchen beides, den Kanal und eine tiefere Elbe", sagt Jörg Rusche, Geschäftsführer vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt. Anders als auf den Kanälen könnten die Schiffe auf der Elbe ohne Schleusen fahren. Mit zwei bis drei Lagen beladene Containerschiffe passten nicht unter den Kanalbrücken hindurch und seien zu groß für die Schleusen. Was Rusche verschweigt: Eine 1,60 Meter tiefe Fahrrinne reicht nicht aus für die modernen Europaschiffe, die 2,50 Meter Wasser unterm Kiel brauchen. 20 Bürgerinitiativen haben inzwischen Beschwerde bei der EU in Brüssel eingereicht. "Die einzigartigen Auenwälder werden trocken gelegt, die Naturlandschaft wird zerstört", warnt BUND-Experte Dörfler. Die "Elbe-Erklärung", die der Bundesverkehrsminister 1996 mit den Verbänden unterzeichnet hatte, zähle offenbar nicht mehr. Diese Vereinbarung galt als vorbildlicher Kompromiss zwischen Wirtschaft und Ökologie. Verkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) hatte zugesagt, auf einen Elbe-Ausbau zu verzichten. Schiffsverkehr sollte aber möglich bleiben. Mit den Bauarbeiten sollten vor allem Arbeitsplätze in den Schifffahrtsämtern erhalten werden, spottet Umweltaktivist Dörfler. Er fordert ein ökologisches Gesamtkonzept für die Elbe. Bis die Studie fertig ist, sollen alle Arbeiten ruhen. "Im naturnahen Fremdenverkehr liegt die Zukunft", glaubt Dörfler. "Dort gibt es schon heute mehr Arbeitsplätze als in der Schifffahrt." In einer unserer nächsten Ausgaben schildern wir den Konflikt um eine erneute Elbvertiefung zwischen Hamburg und Cuxhaven. |