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PRESSE-ECHO
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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VOLKSSTIMME, 12.8.2002
Elbeschützer wollen Aktionen verschärfen
Die Campteilnehmer wollten mit ihrer Performance, während der sich das schotterbeladene Schiff zum Urlaubsdampfer verwandelte, auf ihre Vision für die Elbe aufmerksam machen. Die Aktion hatten sie sich während des 10. Elbe-Saale-Camps ausgedacht, das am Sonnabend zu Ende ging.
Magdeburg/Barby - Am Sonnabend fand das 10. Internationale Elbe-Saale-Camp seinen Abschluss. Mit der Erklärung des ersten schotterfreien Strandabschnittes wurde die Aktion "Steinbeisser" gestartet. Bei einem Treffen der Elbe-Initiativen am Sonntag in Magdeburg, zu dem auch Bundesaußenminister Joschka Fischer stieß, wurde die weitere Strategie diskutiert.
Abschluss des Elbe-Saale-Camps
"Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Wir wollen keine toten Fische sein". Kämpferisch stimmte der Magdeburger Domprediger Giselher Quast die Besucher des Abschlussfestes des Elbe-Saale-Camps auf die kommenden Wochen ein. Nach dem Ende des bereits zum zehnten Mal in Barby durchgeführten Treffens von Flussschützern aus Deutschland, Tschechien und Weißrußland sollen in der heißen Wahlkampfphase öffentlichkeitswirksame Aktionen unter dem Titel "Steinbeisser" durchgeführt werden. Bereits am Dienstag wollen die Aktivisten am Dessauer Kornhaus mit einer Menschenkette den Schotter, der dort zurzeit am Elbufer verbaut wird, symbolisch wieder entfernen, kündigte Ernst Paul Dörfler an. "Unter dem Schotter liegt der Sandstrand" lautet der neue Slogan der Umweltschützer. "Wir werden unsere Aktionen zuspitzen und intensivieren", sagte Dörfler nach dem Treffen der Bürgerinitiativen "Pro Elbe" in Magdeburg. Das Ziel sei es, noch vor der Bundestagswahl im September einen Baustopp an der Elbe zu erreichen, so der Elbe-Experte. An dem Treffen nahm auch Bundesaußenminister Joschka Fischer teil. Nach Aussage Dörflers hat sich der grüne Spitzenkandidat für einen Ausstieg aus der Kanalisierung der Flüsse ausgesprochen und versichert, dieses Thema im Falle von Koalitionsverhandlungen mit hoher Priorität zu behandeln. Fischer wolle zudem ein Treffen zwischen dem Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig und den Elbeschützern vermitteln. Nach der Bundestagswahl, so verständigten sich die Pro-Elbe-Gruppen, soll ein deutschlandweites Netzwerk aufgebaut werden, das auch in Berlin präsent sein müsse. "Wir brauchen eine neue Flusspolitik", forderte Dörfler. Bei einem überragendem Wahlergebnis von Bündnis 90/Die Grünen könnte sich der Steckbyer Aktivist womöglich bald selbst in der Hauptstadt dafür engagieren. Dörfler tritt auf dem zweiten Listenplatz der Partei in Sachsen-Anhalt an. Bei einer Ablösung der rotgrünen Regierungskoalition hätten die Flüsse dagegen nach seiner Ansicht nichts Gutes zu erwarten: "Das wäre die verheerende Variante." Dörfler zeigte sich nach dem Abschluss des diesjährigen Elbe-Saale-Camps überzeugt, dass es zunehmend gelingt, das Anliegen der Bürgerinitiativen auf die bundespolitische Ebene zu transportieren. Ferner gelte es, den Anwohner die Folgen eines Elbausbau zu erläutern. Die entlang des Flusses ins Leben gerufene Initiativen seien ein Zeichen dafür, dass sich die Bürger nicht mehr alles gefallen lassen würden. In diesem Zusammenhang sei das jährliche Camp eine wichtige Veranstaltung, sagte Dörfler. Die Aktivisten könnten sich dort jedes Jahr zum Erfahrungsaustausch treffen. Deshalb werde es auch im nächsten Jahr wieder ein Internationales Elbe-Saale-Camp in Barby geben. Von Matthias Gabriel |