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PRESSE-ECHO
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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SORGE: ALTE IDEE ZUM ELBAUSBAU SOLL WIEDER SALONFÄHIG WERDEN
Flussausbau-Gegner demonstrierten gegen geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals
Magdeburg - Mit Plakaten und Transparenten postierten sich Donnerstagvormittag rund zwei Dutzend Flussschützer des BUND und der Bürgerinitiative (BI) "Pro Elbe" vor der IHK am Alten Markt. In den Räumen der IHK selbst fand die Elbe-Tagung des Landesverkehrsministeriums statt. Am Tisch jedoch, so kritisierten die Demonstrierenden, saß fast ausschließlich die "Schifffahrtslobby".
Durch die Hintertür? Sorge um Schifffahrt
Donnerstag, 10.30 Uhr vor der IHK am Alten Markt - kurzes Wortgefecht unter den Demonstranten. Der Grund: Flussausbau-Befürworter haben sich unter die Flussausbau-Gegner gemischt, entrollen eigene Transparente. Dürfen die das so einfach oder nicht? Die Mehrheit einigt sich letztlich, sie dürfen. Den hautnahen Kontakt mit des Widersachers Argumenten zulassen - auch das gehört zur Demokratie. "Es gibt keine Ruhe - nicht für die Elbe und nicht für die vielen Menschen, die sich für ihren Erhalt und ihre Bewahrung vor sinnlosem, teurem Aktionismus durch Wirtschaft und Politik engagieren", so Dr. Angela Stephan, von der BI "Pro Elbe". Die Botschaft ist eindeutig - Streichung der Pläne zum Bau des Elbe-Saale-Kanals aus dem Bundesverkehrswegeplan. Die dafür vorgesehenen 80 Millionen Euro sollten "vor allem für den vorsorgenden und ökologisch verträglichen Hochwasserschutz verwendet werden". Die Befürchtung: Der Bau des Saalekanals werde "zwangsläufig die Kanalisierung der Elbe nach sich ziehen, mit allen Konsequenzen für die Umwelt - von der totalen Vernichtung der Auen bis zur Verschärfung der Hochwassergefahren", so Professor Volker Lüderitz (BUND). Die Wiederbelebung der alten Idee, zwischen Elbe und Saale einen Verbindungskanal zu bauen, bedeute, so Dr. Reinhard Stephan von der BI "Pro Elbe", dass wichtige Hochwasserrückhaltegebiete abgeschnitten werden, weil der Kanal durch das Hochwasserschutzgebiet gehen soll. Zudem werde stets ein Wirtschaftsfaktor bemüht, der so nicht existiere. In den vergangenen 40 Jahren habe das Elbe-Saale Frachtschiffaufkommen rapide abgenommen. Hätten 1966 noch rund 307000 Ladungstonnen beispielsweise die Schleuse Calbe (Transporte zwischen Saale und Elbe) passiert, waren es 2001 rund 20000. Außerdem: Würde es zum Bau eines Kanals kommen, müsste dieser auch nach europäischen Normen gebaut werden. "Das heißt, mit 2,40 Meter Tauchtiefe", erklärt Stephan. "Die Elbe hat eine Tiefe zwischen 1,40 und 1,20 Meter. Ein Kanal ist deshalb nur sinnvoll, wenn auch Elbe und Saale angepasst werden." Es ergäbe sich der Zwang, im Anschluss die Elbe mit einer Kette von Staustufen und Seitenkanälen zur "Wasserautobahn" auszubauen. Denn für einen Verkehr mit Europaschiffen allein auf der Saale gebe es keinen wirtschaftlichen Bedarf. Vor diesen Hintergründen werde klar: Wer Ja sage zum Kanalbau kalkuliere die Wiederbelebung alter Pläne zum Flussausbau ein und hole diese durch die Hintertür wieder herein, sind sich die Flussschützer sicher. Getreu dem Motto "Wehret den Anfängen" bleiben sie deshalb weiterhin hellwach. Kein Verständnis für den Protest hat Manfred Fabich vom Schifferverein für selbständige Schiffsführer. "Ich habe nicht nur Angst um die Arbeitsplätze, sondern befürchte auch, dass die Schifffahrt verschwinden soll", sagt er, der 50 Jahre selbst ein Schiff führte, und hebt das Transparent "Faire Chancen für die deutsche Binnenschifffahrt" noch ein Stückchen höher. Auch Otto Pötzsch vom Roßlauer Schifferverein 1847 e. V., der unter anderem 20 Jahre als Schlepper in Magdeburg gearbeitet hat, kann sich mit einem Ausbaustopp auch weiterhin nicht abfinden. "Im vergangenen Jahr hatte die Elbe rund 200 Tage unter 1,40 Meter. Transporte von Kohle, Kies usw. fallen damit flach. Wir brauchen verlässliche Tiefen."
Richtigstellung
Im Jahr 2002 hatte die Elbe fast immer mehr als 1,40m Fahrrinnentiefe. Auf dem schlechtesten Abschnitt zwischen Elstermündung und Saalemündung hatte die Elbe lediglich an 23 Tagen weniger als 1,40m. Die Schiffe hätten fast ganzjährig fahren können.
Elbe-Saale
Umweltschützer: Kanalbau "krasse Fehlinvestition"
Magdeburg - Die Proteste gegen den geplanten Saale-Elbe-Kanal bei Groß Rosenburg (Kreis Schönebeck) reißen nicht ab. Der 80 Millionen Euro teure Kanalbau wäre eine krasse Fehlinvestition, sagte der BUND-Landesvorsitzende Volker Lüderitz. Eine Zunahme der Saale-Schifffahrt sei nicht in Sicht. Dem widersprach der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, André Schröder. Der Ausbaustopp an Elbe und Saale sei richtig, sagte Grünen-Bundestagsabgeordnete Undine Kurth. Statt den geplanten Saale-Kanal schönzurechnen, sollte in die touristische Infrastruktur an Sachsen-Anhalts Flüssen investiert werden. Umweltschützer befürchten, dass dieses Bauvorhaben die Kanalisierung der Elbe nach sich zieht und somit die Hochwassergefahr in Sachsen-Anhalt erhöht wird. Das Geld sollte besser in einen ökologisch verträglichen Hochwasserschutz investiert werden. |