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PRESSE-ECHO
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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MAGDEBURGER VOLKSSTIMME VOM 27.06.2002
Elbe-Symposium in Roßlau:
Hafengeschäfte stehen und fallen mit den Wasserständen
Aus diesem Grunde rangieren Straße und Bahn als die vorrangig benutzten Verkehrswege vor der Wasserstraße. "Nicht, weil sie von den Unternehmen bevorzugt werden, sondern weil sie verlässlicher als die Elbe sind", weiß Werner Otto, Geschäftsführer der Industriehafen Roßlau GmbH, aus langjähriger Erfahrung. 1963 wurden in diesem Hafen 40 000 Tonnen umgeschlagen, 2000 waren es 400 000 Tonnen. Doch sei die Bilanz in den letzten beiden Jahren aus besagten Gründen rückläufig. Wenn einem Binnenschiff nur 30 Zentimeter fehlen, so Werner Otto, muss es mit 2000 Tonnen weniger beladen. "In Jahren mit guten Wasserständen bewegen wir 160 000 Tonnen mit dem Schiff", ergänzte Dieter Weser von der im Hafen ansässigen Wittenberger Agrarhandel GmbH, "das sind 6000 Lkw, die nicht auf der Straße unterwegs sind." Der am meisten befragte Fachmann im Podium war Ulrich Finke, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden und somit Vorsteher der Bundesbehörde, die die Wasserstraße Elbe von Tschechien bis zur Saalemündung verwaltet. "Wir bauen keine Staustufen und keine genormten Wasserstraßen für überdimensionale Schiffe", wollte Finke betont wissen und dass auch der Begriff "Elbausbau" nicht richtig sei. "Unterhaltung" und "Sanierung" würden die geplanten und zum großen Teil durchgeführten Maßnahmen besser bezeichnen. "Die Elbe", so Finke, "ist ein Kulturfluss, der schon seit hunderten von Jahren vom Menschen beeinflusst wird. Wer wie viele Umweltschützer das "Nichtstun" an der Elbe fordere, ließe sie verkommen. So wie in den fast 40 DDR-Jahren, in denen aus verschiedenen Gründen keine Unterhaltungsarbeiten an dem Strom durchgeführt wurden. Was auch ein Grund dafür ist, dass die Elbe in großen Teilen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt Lebensräume gibt, die an anderen Flüssen verloren gegangen sind. Für wichtig hält darum Roßlaus Bürgermeister Koschig, "dass wir die Bedenken der Umweltschützer ernst nehmen und uns verpflichtet fühlen, den nachfolgenden Generationen die letzte zusammenhängende Stromlandschaft Mitteleuropas zu bewahren." Seine Kritik geht in die Richtung der Umweltschützer: Sie bieten keine Alternative. Und die zu großen Teilen arbeitslose Bevölkerung sei nun mal nicht davon überzeugt, dass Touristen zuhauf nach Sachsen-Anhalt kommen und die Wirtschaft boomen lassen. Finke nach den derzeit durch die Medien geisternden Gefahren für das Dessau-Wörlitzer Gartenreich befragt, hält die Bedenken seinerseits für unbegründet, da das Grundwasser in diesem Gebiet von der Mulde bestimmt sei. Doch würde derzeit Geld ausgegeben für Bereichssicherung und Grundwasserbeobachtung. Jede Unterhaltungsmaßnahme, so Ulrich Finke, müsse neuerdings mit dem Biosphärenreservat abgestimmt werden. Eine Frage galt dem flach gehenden Binnenschiff, um das es in letzter Zeit sehr still geworden ist. Darauf Richard Dammann, Geschäftsführer der Roßlauer Schiffswerft: "Die Entwicklung liegt in der Schublade. Als Expo-Projekt 2000 ins Leben gerufen und von der Landesregierung Sachsen-Anhalts finanziell unterstützt, wurde aus Brüssel negativ über eine finanzielle Förderung entschieden." Von Kathrain Graubaum
Echo von Dr. Ernst Paul Dörfler auf den Elbausbau-Beitrag
Falschdarstellungen zum Elbausbau
De Volksstimme-Beitrag zum Elbausbau enthält eine Reihe von falschen Aussagen, die ich hiermit richtig stellen möchte: Auch nach Ausbau auf 1,60 m ist die Elbe kein verlässlicher Verkehrsweg, denn Hochwasser, Eisgang und extreme Niedrigwasser werden immer wieder kommen, die Schifffahrt wird auch dadurch nicht planungssicher. Der lt. Gutachten für die nächsten 50 Jahre bevorstehende Klimawandel bringt dazu die Unsicherheit zunehmender Trockenzeiten und Niedrigwasserperioden. ("Stell Dir vor, die Elbe ist ausgebaut, aber es fehlt ihr immer mehr an Wasser...") Die Bildunterschrift ("Auf ihren letzten Metern ... ist die Saale nicht mehr beschiffbar") ist eine eklatente Falschinformation: Auf der Saale, so wie sie heute ist, wurden noch bis 1990 fast 1 Mio. t transportiert. Seither deutlich weniger als 0,1 Mio. t/Jahr! Damals fuhren noch jeden Tag Güterschiffe auf der Saale, heute nur noch bestenfalls ein Schiff pro Woche oder gar pro Monat, auch bei guten Wasserständen!! Die transportierten Mengen sind in den letzten Jahren nicht nur auf der (schwankenden) Elbe rückläufig, auch auf dem (konstant 2 m tiefen!) Mittellandkanal gingen die transportierten Mengen seit 1995 um die Hälfte zurück - ein Zusammenhang mit den Wasserständen ist nicht vorhanden. Die Frachtschifffahrt geht nicht zurück, weil die Elbe immer schlechter schiffbar ist (was ja nicht stimmt!) , sondern weil der Transportbedarf per Binnenschiff zurückgeht. Zum Argument: 30 cm mehr Fahrrinnentiefe bedeutet 200 t mehr laden zu können (2000 t ist Druckfehler!) Richtig ist, dass die Fahrrinne der Elbe nicht um 30, sondern um 20 cm von 1,40 m auf 1,60 m vertieft werden soll, das bedeutet, dass die (zu 95% gesicherte) Tauchtiefe der Schiffe von 1,20 m auf 1,40 m gesteigert werden kann. Dadurch könnten die Schiffe zwar mehr laden, aber die Ladungsmenge liegt weit unterhalb der Wirtschaftlichkeitsgrenze, die nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums bei 800 t liegt. Z.Zt. gibt es auf der Elbe noch kein Schiff, das bei einer Abladetiefe von 1.40 m 800 t laden kann. Lediglich das (bislang nur patentierte) flachgehende Schiff mit Schaufelradantrieb böte diese Möglichkeit, s.u. Derzeit fahren 25% der Schiffe südlich Magdeburg leer (WSA Magdeburg). Die durchschnittlich Ladung aller Elbschiffe betrug in den letzten 3 Jahren 300 t, Tendenz abnehmend. In den wasserarmen Jahren 1999/2000 (Niedrigwasserjahre!) wurden allerdings mehr Tonnen pro Schiff geladen als im wasserreicheren Jahr 2001!! Gefahr für Welterbe Dessau: Der Leiter des Wasser-und Schifffahrtsamtes Dresden, Herr Finke sollte sich vorher informieren! Das anerkannte Welterbe-Gebiet Dessau-Wörlitz umfasst das Gebiet von Griebo über Wörlitz-Vockerode bis Dessau, die Elbe inbegriffen! Mulde und Elbe sind übrigens im Mündungsgebiet nicht zu trennen: Vertieft sich die Elbe, vertieft sich auch die Mulde zwangsläufig! Die Grundwasserstände korrelieren miteinander! Eine Abstimmung mit dem Biosphärenreservat ist noch keine objektive Prüfung über Bedarf und Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahmen! Weder die Bürgerinitiativen noch die Umweltverbände haben behauptet, an der Elbe müsse nichts getan werden. Sie fordern lediglich die Prüfung der Strombaumaßnahmen hinsichtlich des Bedarfs, der Wirtschaftlichkeit und der Umweltverträglichkeit. Vor dem Bauen muss geprüft werden, um das Richtige zu tun und das Falsche zu vermeiden! Diese erforderlichen Prüfungen werden offenbar gefürchtet! Eine Frechheit ist die Aussage: Die Elbeschützer böten keine Alternative! Sie haben das neuere flachgehende Schiff aus Dresden propagiert, dass nur 90 cm Tauchtiefe benötigt (ohne Ausbau praktisch immer gegeben!) , um 700 Tonnen laden zu können und bei 1,40 m Tauchtiefe 1150 t fasst! Das ist doppelt soviel wie die Schiffe derzeit im Schnitt laden! Die Anpassung der Schiffe an den Fluss ist schneller und kostengünstiger zu realisieren als die Anpassung des Flusses durch Strombaumaßnahmen. Die Elbeschützer wollen keine einseitige Betrachtung als Wasserstraße, sondern eine vielseitige Nutzung: Schon jetzt bietet der Tourismus an der Elbe in Anhalt reichlich 10 mal mehr Arbeitsplätze als die Elbschiffahrt: Tendenz steigend! Die Arbeitsplätze in der Binnenschiffahrt schrumpfen dagegen selbst auf den ausbauten Flüssen im Westen der Bundesrepublik. |