PRESSE-ECHO
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Pressemitteilung AP vom 13.05.2003 Spiegel vom 12.05.2003 Magdeburger Volksstimme vom 18.04.2003 Osterburger Volksstimme vom 19.03.03 Magdeburger Volksstimme vom 19.03.03 Berliner Zeitung vom 18.03.03 taz vom 26.02.03 Magdeburger Volksstimme vom 22.02.03
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KONTAKT
Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg
c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg
E-Mail: elbe@domfelsen.de
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DIE ELBE SCHEIDET DIE GEISTER
Wirtschaft glaubt an Wasserstraße - Umweltschützer: Fahrrinne ist viel zu flach
Mitteldeutsche Zeitung (dpa):Die Wirtschaft und die Landesregierung
in Sachsen-Anhalt setzen weiter große Hoffnungen auf den Ausbau von Elbe und Saale.
"Gerade die Elbe hat noch ein riesiges Potential als Wasserstraße", betont Jörg Rusche,
Geschäftsführer des Bundesverbandes der Binneschifffahrt und denkt dabei an
den Containerverkehr im Hinterland des Hamburger Hafens. "Das Wachstum im Güterverkehr
haben wir in Hamburg schon heute." Weiteres Wachstum erwartet derweil auch
der Chemiestandort Leuna und setzt ebenfalls auf den Ausbau von Saale und Elbe.
"Die Wasserstraßen könnten eine bedeutende Rolle spielen und zu einer Ergänzung
im Räderwerk der Logistik werden", versichert Olaf Castelle von der Standortgesellschaft
Infraleuna.
Doch die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Verkehr sind nicht optimal,
räumen die Akteure ein. So müsse noch die Schachtschleuse Tornitz in der Saale gebaut werden.
Zwar steht das Projekt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans,
doch das Magdeburger Verkehrsministerium erwartet den Baustart dort nicht vor 2011.
Die erforderlichen Daten für eine Umweltverträglichkeitsprüfung sollen Ende
des Jahres vorliegen. Die Hoffnungen im Ministerium sind aber bereits groß.
"Das ist die letzte noch fehlende Maßnahme für den wirtschaftlichen Verkehr auf der Saale."
"Die Wirtschaft hat sich von der Elbe lange verabschiedet." Ernst-Paul Dörfler
Elbe-Experte beim BUND. Einschränkungen ergeben sich allerdings auch an der Elbe
im Raum Magdeburg. Dort lässt derzeit die eingeschränkten Breite der Fahrrinne
von 35 Metern nur einspurigen Verkehr zu. Die nach Ansicht des Magdeburger Ministeriums
erforderlichen Ausbauarbeiten lässt der Bund indes nicht zu. Seit dem Hochwasser
im Sommer 2002 dürfen an der Elbe aber bisher weiterhin nur Unterhaltungsmaßnahmen
durchgeführt werden.
"Wir wollen hier vom Bund schnell eine grundsätzliche Klärung", sagte Ministeriums-Sprecher
Harald Kreibich unter Hinweis auf den "hohen wirtschaftlichen Nutzen" der Maßnahme.
Druck kommt auch vom Binnenschifffahrts-Verband. "Hier könnte ansonsten eine gewaltige
Chance verpasst werden", betont Geschäftsführer Rusche.
Umweltschützer indes glauben ohnehin nicht mehr daran, dass wirtschaftlicher
Güterverkehr an Elbe oder Saale möglich ist. "Die Wirtschaft hat sich von der Elbe
lange verabschiedet", betont Ernst-Paul Dörfler, Elbe-Experte beim BUND und verweist
auf die Wassertiefe. "Für eine wirtschaftliche Nutzung bräuchten die Schiffe
mindestens 2,50 Meter Fahrrinnentiefe", sagt Dörfler, "es werden aber nicht einmal
die schon lange angestrebten 1,60 Meter erreicht". Den Behörden wirft er vor,
mit falschen Zahlen zu argumentieren. So beriefen sich die Planer weiterhin
auf alte Wasserstände aus dem Zeitraum 1974 bis 1986. "Das sind historische
Wasserstände aus dem Museum, die zudem aus der wasserreichsten Periode der
letzten 100 Jahre stammen", kritisiert Dörfler.
Dem widerspricht das Magdeburger Verkehrsministerium und verweist auf neue
Erkenntnisse des Bundes. Demnach gebe es "keine signifikanten Trends auf der Elbe
zu niedrigen Wasserständen". In Magdeburg räumt man jedoch ein, dass die gängigen
Europaschiffe mit rund 1300 Tonnen Kapazität "nicht das ganze Jahr über fahren können".
Die Binnenschifffahrt bestätigt dies. Doch werde die Marke von 1,60 Meter Fahrrinnentiefe
in der Elbe "an den allermeisten Tagen" erreicht. Dies reiche derzeit aus,
"um zuverlässig mit den Kunden planen zu können", versichert Geschäftsführer Rusche.
Die Wirtschaftlichkeit kann jedoch noch verbessert werden, heißt es im Magdeburger
Verkehrsministerium. Doch ein umfassendes Konzept, das Saale und Elbe auch die Kanäle
wie etwa den Mittellandkanal umfasst, fehlt bisher. "Alle Projekte werden bloß
isoliert betrachtet", kritisiert Dörfler. Ein Gesamtkonzept verlangt auch Infraleuna.
Denn ohne Beseitigung sämtlicher Engpässe "macht das ganze System in der Tat keinen Sinn".
Christian Schafmeister
Mitteldeutsche Zeitung vom 12.02.2007
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